Die Inhalte dieser Seite sind Bestandteil des Einsatzleiterwiki-Projekts. Sie wurden nicht speziell für Ihre Feuerwehr ausgearbeitet, möglicherweise existieren abweichende Regelungen.
Radium-Trinkbecher
Historische Geräte zur medizinischen Anwendung, enthalten radioaktives Radium.
Produzieren Radon-Gas, das ins Trinkwasser übergeht.
Becher meist 15-25 cm hoch, oft aus Edelstahl, teilweise mit Glaseinsätzen. Häufig Aufschriften „Radium“ und Zahlenangaben mit der Einheit „ME“ oder „M.E.“
Früher weit verbreitet, gesundheitliche Wirkung heute widerlegt. Häufig Verwendung als historische oder dekorative Objekte (Dachbodenfunde, Flohmarkt, Erbschaften).
Besitz genehmigungspflichtig, Herstellung/Verkauf verboten.
Maßnahmen
Keine Beschädigung oder Öffnung des Geräts!
Personen fernhalten.
Messung der Dosisleistung.
Melden an zuständige Behörden (z.B. Landesamt für Umwelt).
Becher in dichte Plastiktüte (z.B. Gefrierbeutel) verpacken. Bis zur Entsorgung ggf. provisorische Abschirmung, z.B. mit Büchern, herstellen.
Entsorgung für Privatpersonen bei den Landessammelstellen für radioaktive Abfälle i.d.R. kostenfrei.
besondere Gefahren
Intakte Becher
Keine unmittelbare Gefahr, da Radium gebunden bleibt.
Langfristiger Aufenthalt in der Nähe kann zu erhöhter Strahlenbelastung führen.
Beschädigte Becher
Gefahr durch Freisetzung von Radium und Inkorporation.
weitere Hinweise
Aktivität meist zwischen 100 kBq und wenigen MBq (Vergleich: Freigrenze 10 kBq).
Dosisleistung: Starke Becher (2 MBq) ≈ 0,5 µSv/h in 1 m Abstand (zum Vergleich: natürliche Strahlung ≈ 0,1 µSv/h).