Das elektronische Einsatzleiterhandbuch
Als Flüssiggas werden niedrig siedende Kohlenwasserstoffe wie Propan oder Butan, artverwandte Stoffe und Stoffgemische aus diesen bezeichnet.
Hilfreiche Berechnungen für Flüssiggas-Einsätze sind auf der Seite Flüssiggasberechnungen zu finden.
<WRAP center round important 100%> 1 kg Flüssiggas entspricht der Sprengkraft von 500 Gramm TNT
Aus 1 kg Flüssiggas werden ca. 2 Liter flüssiges Flüssiggas. Aus 2 Litern flüssigem Flüssiggas werden ca. 500 Liter gasförmiges Flüssiggas. Aus 500 Litern gasförmigem Flüssiggas werden 30.000 Liter zündfähiges Gas-Luft-Gemisch.</WRAP>
Bei Ansammlung der ausgetretenen Flüssigphase in einem gefährlichen Bereich kann das Verdampfen mit den folgenden Maßnahmen beschleunigt werden. Dabei ist zusätzlich zu den oben genannten Punkten zu beachten:
<wrap important>Folgende Maßnahmen nur durchführen wenn keine unmittelbare Verpuffungsgefahr besteht!</wrap>
<WRAP center round important 100%> Das folgende Fließschema gilt nur für ortsbewegliche Flüssiggasbehälter (Gasflaschen). Es gilt nicht für Fahrzeugtanks, ortsfeste Speichertanks, Tankfahrzeuge, etc. </WRAP>
1) Bei Freifeldversuchen wurden durch die Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung (BAM) <wrap important>Fragment-Flugweiten von über 260 m</wrap> festgestellt, der Gefahren-/Absperrbereich (in Anlehnung an die FwDV 500) muss lageabhängig erfolgen. 2) Stichflamme möglichst weiterbrennen lassen 3) z.B. bei Beflammung weiterer Gasflaschen in der Umgebung 4) Beim Transport einer heißen Propangasflasche kann es zum Nachverdampfen von flüssigem Propan und damit zu einem Behälterzerknall kommen.
Fließschema entnommen aus DGUV Information 205-030: "Umgang mit ortsbeweglichen Flüssiggasflaschen im Brandeinsatz", Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V., Berlin 2018
<WRAP round info>6 Deutsche Gasflaschen haben i.d.R. ein Sicherheitsventil. Gaskartuschen, Treibgasflaschen (z.B. für Gabelstapler) und ausländische Flüssiggasflaschen haben meist kein Sicherheitsventil. Sicherheitsventile haben, je nach Auslegung des Druckbehälters, nach DIN 13953 einen Nennansprechdruck zwischen 21 und 35 bar.
* Abstand muss zum Aufstellen von Wasserwerfern ggf. unterschritten werden. Die Unterschreitung der Sicherheitsabstände ist möglich wenn eine geeignete Deckung vorhanden ist.</WRAP>
nach: Informationsschrift „Gefahren und Gefahrenabwehr bei Lagerung und Transport von Flüssiggas” des Innenministers Nordrhein-Westfalen, „Ereignisorientierter Einsatzplan für Flüssiggasunfälle und Brände” v. H.-E. Dolle, Brandschutz 10/87
Lizenzhinweis: Die Daten aus dem Bereich "Stoffdaten" stammen zu großen Teilen aus der GESTIS-Stoffdatenbank und dürfen daher ausschließlich für nichtkommerzielle Zwecke des Arbeitssschutzes verwendet werden.
069/75909-153 (ständig besetzt!)
Der Flüssiggas-Sicherheitsdienst gibt Hilfestellung bei Betriebsstörungen und Unfällen. Er bietet ähnlich wie TUIS ein dreistufiges Hilfesystem an: